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Verantwortungslos

Heute vor einer Woche ging ich zum Arzt, weil es mir gar nicht gut ging. Magenschmerzen, Durchfall, Erbrechen. Er schrieb mir für eine Woche krank. Was hätte ich dafür gegeben, nicht krank zu Hause liegen zu müssen. Schon allein wegen dem Geld, das dabei verloren geht.

Meine Mitarbeiterin auf meiner Arbeit hört in ein paar Tagen auf und ich sollte dann das Büro allein schmeißen. Ich traue mir das zu und habe kein Problem damit. Ich hab mich riesig darauf gefreut, etwas zu machen, das mehr Verantwortung bedarf.

Heute Morgen fuhr ich, nach der Woche der Krankheit, wieder auf Arbeit. In der Straßenbahn bekam ich auf einmal einen Flash und sah wie ich auf Arbeit ankomme und meine Chefin mich ersetzt hat, weil ich die Woche krank war.

Schließlich kam ich auf Arbeit an, ein anderer Arbeiter saß an meinem Schreibtisch und ich fragte ihn scherzhaft, ob er meinen Job übernommen hat. Er meinte nur abwinkend.. "Bloß nicht".

So setzte ich mich an meinen Platz, endlich, nach einer Woche und machte die Anwesenheit der anderen Mitarbeiter. Meine Kollegin im Büro kam herein und schaute mich seltsam an und meinte, das ich die eine Aufgabe noch machen solle und sie nicht wüsste wie es dann weitergeht. Denn eine andere Mitarbeiterin wäre auch eingearbeitet worden und wir müssten das mit der Chefin klären....

Wir auf Kommando kam die Chefin in unser Büro. Sie fragte mich wie es mir ginge und fing gleich an mir zu erzählen, das sie eine andere Mitarbeiterin mit in die Maßnahme geholt hätte und sie in der letzten Woche eingearbeitet hätte. Denn diese Mitarbeiterin wäre nicht so oft krank und sie bräuchte jemanden der verantwortungsvoll und zuverlässig ist, besonders hier im Büro. Diese neue Mitarbeiterin solle also nun die Verantwortung im Büro übernehmen (was mein Job hätte sein sollen) und ich könnte dort weiterhin als Assistent arbeiten...

Es war wie ein Schlag vors Gesicht. Mein Borderline sprang sofort an. Ich rutschte schlagartig immer tiefer, meine Laune ging bergab und mein Hass auf die Chefin. Ich konnte nicht mehr klar denken, sah kein links und kein rechts, nur noch gerade aus, keine Alternativen. Ich dachte daran den Job zu schmeißen, dachte an SVV. Was sollte ich denn noch dort, wenn man mir nichts zutraut und mich für Verantwortungslos hält? Wegen einer Woche krank?

Ok... dann gehe ich das nächste Mal krank auf Arbeit und am nächsten Tag kotzen und scheißen alle Mitarbeiter auf den Flur. Wenn ich dann verantwortungsvoller bin...

Da ich kein guter Schauspieler bin und jeden zeige wie ich mich fühle und was ich von ihm halte, merkte meine Chefin das etwas nicht stimmt. Sie fragte mich dann, weil sie weiß das ich Borderline habe und ich sagte ihr wie es ist, das ich es nicht gerade toll finde von ihr an den Kopf geworfen zu bekommen, ich sei Verantwortungslos. Sie meinte darauf hin, das sie es nicht persönlich gemeint hätte aber halt jemanden hier die Verantwortung übertragen will, der dem auch gewachsen ist. Im Grunde nur dummes Geplapper und Wortdreherei.

Die Neue bekommt nun die Aufgaben die mehr Verantwortung verlangen. Zugegeben, es sind Aufgaben die mir eh nicht gefallen haben und ich bekomme die anderen Aufgaben im Büro. Im Grunde könnte ich mich darüber freuen, wenn es nicht so verletztend und extrem wäre...

21.6.10 19:35


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Sommerfest-Alptraum

Vor kurzem habe ich noch die Flyer für das heutige Sommerfest ausgetragen, lief von Haus zu Haus und warf diese Zettel in die Briefkästen...

Heute war es nun so weit. Das Fest fand statt.
Die Menschen kamen voller Vorfreude angelaufen und amüsierten sich bei heiterer Musik, einem Fußballturnier und Kuchen.

Irgendwo dort war auch ich.
Manchmal mitten unter Vielen und doch einsam oder abseits der Masse sitzend. Egal wo ich auch war, ich war nicht wirklich dort. Ich fühlte mich abwesend, nicht als Teil des Ganzen, irgendwie fort. Das Gefühl der Freude an diesem Fest, es wollte sich bei mir nicht einstellen, es war so fremd... eigentlich schon immer.

Einsam unter Vielen. Zu fühlen, man ist kein Teil davon. Ausgegrenzt, unwichtig, das "dritte Rad" am Wagen eben. Das Gefühl haben, von allen beobachtet zu werden, wegen den vielen dicken Narben am Arm. Einfach anders zu sein...

Irgendwann ging es einfach nicht mehr. So verließ ich das Fest und somit meine Maßnahme 1 Stunde früher als angemeldet. Ich ging einfach... mir war alles egal... einfach nur weg, weit weg von dieser Fröhlichkeitsparade und einer Welt die mir fremd ist.

Ob es Ärger geben wird?
Ich weiß es nicht.
Die Hauptsache war, einfach nur weg... bevor ich weiter in das Loch gefallen wäre... denn die Gedanken an SVV werden immer stärker. In manchen Momenten möchte ich einfach nur nachgeben... nur ein kleiner Schnitt... ein Einiziger.... aber es bliebe nicht nur bei dem Einem.

Ich muss einfach stark bleiben...
Es darf nicht wieder losgehen...

11.6.10 17:07


Es ist der Traum der mich führt...

Ich hatte letzte Nacht einen seltsamen Traum...

Ich weiß nicht mehr genau was die Ursache war aber im Traum ging es mir gar nicht gut. War deprimiert und verzweifelt. Meine "Freunde" sind weggegangen und ließen mich ein wenig alleine. Ich kämpfte mit meinen Gedanken und dann verlor ich den Kampf. Ich griff zur Klinge und schnitt mir in den Arm. Auf der Unterseite, kurz vor der Armbeuge. Die Haut platzte auf, Fleisch zu sehen und das Blut kam pulsierend heraus.

Meine "Freunde" kamen wieder zurück und erschracken über die Wunde. Sie drückten Tücher darauf aber die Blutung konnte nicht gestillt werden. Sie brachten mich ins Krankenhaus und eine Ärztin kümmerte sich um die Wunde und nähte sie wieder zusammen.

Man könnte denken, es war ein Alptraum aber ich fühlte mich beim träumen ruhig, zu Hause, angekommen. Irgendwie seltsam, oder? Der Traum beschäftigte mich den ganzen Tag und jetzt noch immer. Ich denke die ganze Zeit an die Wunde, hab das Bild vor Augen und dieses Verlangen danach. Besonders wenn es hier Stress gibt....

Dabei läuft es auf Arbeit ziemlich gut.
Bin jetzt im Büro, was ganz meine Welt ist.

Wenn nur nicht diese Gedanken wären.
Würd am liebsten aufhören zu kämpfen.
Einfach fallen lassen....

8.6.10 19:28


Rote Herzen

Nachdem ich heute meine Arbeit beendet hatte, fragte ich meine Chefin ob ich auch an so einem Spiegel arbeiten kann. Denn psychisch ging es mir relativ gut und ich fühlte mich stabil. Aber sie meinte zu mir das sie sich mit Borderline nicht auskennt und das Risiko nicht eingehen will. Ich solle mich bei einer anderen Mitarbeiterin in der Werkstatt nach einer anderen, neuen Aufgabe erkundigen.

Also ging ich gleich hin und fragte was ich tun könne, da rumsitzen oder rumstehen nicht gut für mich ist. Zu viel Zeit zum nachdenken...
Sie gab mir dann eine Aufgabe.
Ich sollte dünne Holzherzen anmalen, die später als Tischdeko benutzt werden sollen... mir R-O-T!
Ich wusste dass das nicht gut ist aber ich konnte ja schlecht schon wieder sagen das eine Arbeit nicht gut für mich ist. Und abgesehen davon.. irgendwas in mir drin... wollte es.

Also fing ich an diese Herzen rot anzumalen.
Schon bei ersten roten Farbtropfen, der leicht zähigen Lackfarbe ging es los. Ich verfiel in einen Rausch. Ich bekam von meiner Umgebung nichts mehr mit, sah nur noch das jeweilige Herz vor mir und vor allem die roten Farbe, die sich so schön auf der Oberfläche ausbreitete. Die Stunde verging wie im Flug und ich musste mich zum Feierabend regelrecht davon losreißen. Der Rausch war leiter Keiner der nach Oben ging, sondern der mich immer weiter nach unten mit sich gerissen hat.

Bis jetzt ist er noch immer nicht vorbei bzw. ich erlebe noch immer alles so, als wäre es ein Film den ich übermüdet anschaue. Alles wirkt so unrealistisch, so fremd. Früher habe ich in solchen Situationen zur Klinge gegriffen und der Schmerz und das Blut haben mich dann ein Stück in die Realität hineingerissen. Aber da ich nicht mehr schneide, zumindest bis jetzt, komme ich nicht mehr aus diesem Film heraus.

Ich hoffe ich schaffe es irgendwie, ohne das etwas passiert.
Morgen muss ich die Herzen weiter bemalen, auf der Rückseite...
27.5.10 20:00





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